Exkursionen zu verschiedenen Wappen in unserer Stadt (Teil 2)

Den ersten Teil der Serie lesen Sie hier.

3. „Haus Sorgenfrei“, Augustusweg 48

„Haus Sorgenfrei“, Augustusweg 48, 1783

Es gibt ein Adelswappen in Radebeul, das zwei-, genau genommen sogar dreimal existiert! Das ist das Wappen des Freiherrn Christian Friedrich von Gregory, der als Bankier arbeitete und durch Unterstützung von Prinz Max von Sachsen den Adelstitel erhielt. Natürlich wollte er nun auch entsprechend wohnen. So ließ er sich 1783 das kleine Weingut seines Vaters in Oberlößnitz zu einem schlossähnlichen Herrenhaus, heute Augustusweg 48 um- und ausbauen. Der Name „Haus Sorgenfrei“ bürgerte sich dafür erst im frühen 19. Jahrhundert ein. In Wirklichkeit war es für den Bankier nicht immer sorgenfrei, denn er musste nach geschäftlichen Schwierigkeiten um 1809 einen Teil seiner Besitztümer, darunter Schloss „Wackerbarths Ruhe“, wieder verkaufen. Mehr »

Streifzüge durch Europas Mitte

Essayband des Radebeuler Autors Jörg Bernig

Ein hoher Anteil der Bevölkerung des Freistaates Sachsen verfügt über Wurzeln, die nach Schlesien, Böhmen, Mähren und weiter in den Osten Mitteleuropas reichen. Während in der alten BRD die Vertriebenen bei Parteipolitikern ihre Interessenvertreter fanden, blieb ihre Existenz hierzulande bis 1989 ein weitgehend verschwiegenes Kapitel. Die hypnotischen Romanhandlungen von Reinhard Jirgl, dem Büchnerpreisträger von 2009, wurden der Erwartung gerecht, das nach dem aufgezwungenen Schweigen eine späte, leisere aber auch eindringlichere Behandlung des Themas einsetzte. Es ist ebenso frivol, sich der Begegnung mit der eigenen Herkunft nur als „ausländischer Tourist“ zu stellen, wie es unhöflich ist, durch Revanche-Forderungen das unselige Zerwürfnis ins nächste Jahrhundert zu tragen. Es geht hier nicht nur um Verluste und Verletzungen. Es ist ein Reichtum an Gesittung zu heben und herzzerreißend schönen Landschaften ist zu begegnen. Ein anderer Schriftsteller, dessen Werk von der Hintergrundstrahlung dieser untergegangenen Zivilisation beherrscht wird, ist der 1964 in Wurzen geborene Jörg Bernig. Vergangenen Herbst erhielt er den Eichendorff-Preis, der seit 1956 in Wangen im Allgäu an Autoren mit schlesischen Wurzeln vergeben wird. Ungefähr zeitgleich erschien im Dresdner Thelem Verlag der Band „Der Gablonzer Glasknopf. Essays aus Mitteleuropa“. Mehr »

„Kreative Mitstreiter gesucht!“

Radebeuls Schreibenden Senioren fehlt der Nachwuchs

Zweimal im Monat wird richtig gearbeitet. Zwei feste Nachmittagstermine sind es nämlich, an denen sich Radebeuls „Schreibende Senioren“ im „Haus Bergblick“ – einer der Radebeuler Begegnungsstätten der „Volkssolidarität Elbtalkreis – Meißen e.V. – treffen. Dann werden neue Texte gelesen und der Kritik der Mitstreiter ausgeliefert. Das praktizieren die Mitglieder der Gruppe von Anbeginn. Nämlich seit dem Jahre 1995, als sich die kreativen „Alten“ erstmals trafen und darüber berieten, wie sie ihre, durch den Eintritt ins Rentenalter bedingte überschüssige Freizeit möglichst sinnvoll gestalten könnten. Mehr »

Denkmalschutz und Neues Bauen

… lautet nicht nur unser Vereinsname, sondern passt auch zur Idee Bismarckturmtreppe – wenn wir aktive Mitstreiter finden. Worum geht es uns? 1902 wurde vom Deutsch-Sozialen Reformverein für Radebeul und Umgebung eine Initiative zur Errichtung des Bismarck-Turmes gestartet. Nach der wechselvollen Geschichte in unserem Land sehen wir uns in der Lage aber auch in der Pflicht, das bürgerliche Engagement nach 110 Jahren weiterzuführen, um das markante, die Lößnitzlandschaft Radebeuls mit prägende Bauwerk am Leben zu erhalten. Mehr »

Guckkästen, Mörder & Prinzessinnen

Laudatio, gehalten zur Vernissage der Ausstellung von Ulrike Kunze am 20. Januar 2012 in der Stadtgalerie Radebeul (Auszug)

…Wir haben uns hier versammelt, um eine Künstlerin zu bewundern, zu ehren und zu loben, deren Kunstwerke hier eigentlich gar nicht vorkommen, auch wenn wir von Stellagen, Blättern, Modellen, Fotografien und Videos umgeben sind, die natürlich – und darum geht’s uns heute hier – als grafische Blätter, als dreidimensionale Versuchsanordnung, als eine antizipierte Inszenierung, als Entwurf eines Kostüms, also als Dokument „von etwas“ ihren höchst eigensinnigen Kunstwert haben. So wie das Theater die vergänglichste aller Kunstformen ist, findet sie doch nur in der einmaligen, unwiederholbaren, unmittelbaren Begegnung zwischen Schauspielern/Sängern/Tänzern mit dem Publikum statt, so ist die Kunst des Bildes von der Bühne, der Bühne als Bild, als bildnerisches Erlebnis die wunderlichste; sie ist eine paradoxe… Mehr »

Eine „Messerinstallation“ und andere Aufgeregtheiten

Die Radebeuler Stadtgalerie zeigt Arbeiten der Bühnenbildnerin Ulrike Kunze

Oh ja, er ist sich seiner Macht wohl bewusst; der junge König aus dem Märchen „Musila der Musiker“. Etwas gelangweilt – um nicht zu sagen blasiert – mustert er als lebensgroße Theaterplastik aus erhabener Position seine Untertanen. Darunter ordnet dieser König sicher auch die zahlreichen Besucher ein, die Anfang Februar zur Vernissage der Ausstellung der Bühnenbildnerin Ulrike Kunze gekommen waren. Ebenfalls jene, die in den Wochen danach den Weg in die Radebeuler Stadtgalerie fanden und noch finden werden. Mehr »

Editorial Märzheft

Am 30. März 2012 gedenkt die Stadt Radebeul des 100. Todestages von Karl May. Wie wechselvoll die Geschmäcker auch sein mögen, die Lebensleistung und breite Nachwirkung des eigenwilligen Abenteuerschriftstellers bleiben eindrucksvoll und beispiellos. Mehr »

Editorial Februarheft

WWW – Wollen-Wir-Wirklich? Diese Frage bewegte vereinzelte Redaktionsmitglieder seit den letzten Jahren in gesteigertem Maße. Sollte sich unser kleines kulturelles Monatsheft einen eigenen Internetauftritt verschaffen? Dies bedeutete dann zumindest teilweise das Verlassen des gewohnt-haptischen Papierformats. Keine einfache Frage also für eine Redaktion, für deren gereiftere Mitglieder das Internet zum Teil noch „Böhmische Dörfer“ sind. Für Andere war der Schritt zum neuen Medium durchaus zeitgemäß, wenn nicht gar überfällig. Verlockend zudem die Vorstellung, dass sich unser Leserkreis, der bisher im Kern einen Dunstkreis von ca. 15 km umschrieb, sich fortan, rein theoretisch, in der Tradition von „urbi et orbi“ bis in den letzten Erdwinkel spannt. Mehr »

Das Auge der Fotografin

Die Radebeuler Künstlerin Susan Paufler im Porträt

von Dr. Claudia Woldt

„Das Auge des Fotografen schaut weit geöffnet durch den Sucher, das andere, das geschlossene, blickt in die eigene Seele.“ Was Henri Cartier-Bresson hier über Fotografie und Fotografierende schreibt, trifft ganz bestimmt nicht auf jeden zu, der hier und da ein Bild mit der Kamera festhält, um sich später erinnern zu können. Mit Sicherheit beschreibt es aber die Arbeit einer Künstlerin, die in Dresden geboren und in Radebeul aufgewachsen ist, heute als freie Fotografin in Berlin ihren Lebensmittelpunkt hat, jedoch regelmäßig nach Radebeul zurückehrt, um sich von Menschen und Orten inspirieren zu lassen. Nicht zuletzt hat die Gegend um Dresden für ihren Weg zur Kunst eine ganz entscheidende Rolle gespielt. Mehr »

„There’s No Business…!“

Neujahrskonzert der Landesbühnen Sachsen stimmte im Theater Meißen auf das Jahr 2012 ein

So unverbindlich wie der Titel, erwies sich auch die Programmfolge des Neujahrskonzerts der Landesbühnen Sachsen zum Auftakt des Jahres 2012. Man überschrieb nämlich das Programm einfach mit den zwei Worten „Musikalische Spielereien…“ und zählte dazu noch ein paar der darin vertretenen Komponisten auf – „There’s No Business“ eben. Oder auch „Alles wie gehabt!“ Nur würde das so ja überhaupt nicht stimmen. Denn 2012 wird doch vor allem geschicktes Business gefragt sein werden. Moderator und Sänger Michael König brachte dazu nicht nur in der Absage eine gehörige Portion Kritik unter; vor allem an der Finanzwirtschaft der EU. Ansonsten wandelten Orchester und Solisten zwar in vorbildlicher musikalischer, gesanglicher und auch darstellerischer Qualität durch das etwa zweistündige Programm im Theater Meißen; der tiefer gehende Biss aber fehlte. Dabei haben sich in den letzten Wochen doch gerade im Musiktheaterbereich der Landesbühnen Sachsen allerhand Probleme aufgetürmt. Als da sind; Orchesterfusion, GmbH Gründung, tief greifende Kosten- und Personaleinsparungen etc. Eigentlich also alles andere als „musikalische Spielereien“; doch vielleicht ist dieser Begriff gerade deshalb so zutreffend. Erstmals aber fand die Premiere des Neujahrskonzerts im Theater Meißen statt und der gute Besuch bricht zudem eine Lanze für das Meißner Publikum. Mehr »

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