Zum Titelbild Mai 2013

Zum Titelbild Mai 2013

Beim Torbogen der Hauptstraße 62 in Oberlößnitz empfinden wir die Gestaltung als eleganten Schwung – im Lichten ein Korbbogen, darüber eine den Bogen begleitende Bedachung aus Biberschwanzziegeln, die an den Enden in die Horizontale ausschwingt. Diese Bewegung wird durch Zaun und Tor mit geradem oberen Abschluss m.E. noch betont, wobei man nicht weiß, ob der historische Zaun (Zaun und Holztor wurden um 2000 erneuert) wirklich so aussah. Die breiten, gemauerten und verputzten Schäfte stehen auf einem Sandsteinsockel und bilden die Widerlager für den ebenso verputzten Mauerwerksbogen, der sich auf das statisch notwendige Maß beschränkt. Zwei in die Schäfte eingesetzte ovale Briefkästen korrespondieren mit der Rundung des Torbogens. Der farbliche Dreiklang – rote Dachziegel, ockerfarbener Putz und dunkelbraunes Tor und Zaun – hat in der Lößnitz Tradition.

Der Entwurf dieser Villa mit Einfriedung (1905) stammt von Architekt Johannes Heinsius.

Dietrich Lohse

Zum Titelbild April 2013

um Titelbild April 2013

Am Grundstück Augustusweg 77 finden wir einen weiteren großen Torbogen. Der gemauerte und verputzte Bogen folgt exakt einem Halbkreis. Er bekommt eine gewisse Asymmetrie durch eine Konsole am linken (von außen betrachtet) Pfeiler, worauf gleich einem „I-Punkt“ ein Sandstein-Ellipsoid sitzt. Am rechten Pfeiler schließt ein Stück Mauer mit Sandsteinplatten als Abdeckung an. Ein zweiter Ellipsoid fehlt nicht, solche Asymmetrien waren in der Zeit des Jugendstils durchaus üblich. Haus und Einfriedung wurden 1902 vom Dresdner Architekten Oskar Menzel entworfen, unter seinen Radebeuler Villen haben wir hier eine eher etwas schlichtere. Der weiße Torbogen (wohl eine zu empfindliche Farbe, wie die bemooste Wasserspur rechts zeigt) wird wie ein kurzes Tonnendach von roten Biberschwanzziegeln einschließlich entsprechender Firstziegel im Scheitelpunkt bedeckt. Holzzaun und zweiflügliges, grünes Lattentor wurden nach 1995 erneuert. Obwohl es unklar ist, ob das Holztor mit Segmentbogenschluss noch Menzels ursprünglichem Entwurf entspricht, kann es auch so als eine gültige Gestaltung angesehen werden. Ich bin froh, dass dieses Titelbild meinen Menzelaufsatz im Inneren des Heftes ergänzen kann.

Dietrich Lohse

Zum Titelbild Februar 2013

u den Titelbildern 2013, hier Februar

Dieser Torbogen mit Staffelgiebel gehört zur Niederlößnitzer Villa Horst-Viedt-Straße 3. Ich erinnere mich daran, dass er bis 2004 gefährdet war, er neigte sich deutlich erkennbar in Richtung Fußweg. Ursache war wohl eine Setzung des Erdreichs im Bereich des Fußwegs, wahrscheinlich durch häufiges Überfahren desselben im Laufe von Jahrzehnten. Im Rahmen eines Eigentümerwechsels und anschließender Sanierung der denkmalgeschützten „Villa Lina“ konnte auch der Torbogen fachgerecht in Stand gesetzt und so gerettet werden.

Die Villa mit Einfriedung entwarf 1900 der ortsansässige Architekt Adolf Neumann, die Errichtung bis 1901 lag in den Händen der Baufirma Moritz Alfred Große. Der Bogen ist gemauert und verputzt, im Scheitelpunkt ist eine Putzvertiefung mit Kleeblatt als Zierelement zu erkennen. Man wird wohl nicht fehl gehen, dieses als Glückssymbol zu deuten. Weitaus einprägsamer sind jedoch die drei kleinen, abgestuften Ziegeldächer (eingangs als Staffelgiebel angesprochen), die den oberen Abschluss bilden. In die lichte Öffnung des einen Halbkreis beschreibenden Bogens wurde aus statischen Gründen von Anfang an eine verzierte, eiserne Zugstange eingefügt. Zaun und zweiflügliges Tor haben oxidrot gestrichene Holzlatten mit leichter oberer Schweifung. Seit etwa 2005 wurde für eigene PKW am südlichen Ende des Grundstücks eine neue Zufahrt hergestellt, so dass der Torbogen nun nur noch von Fußgängern benutzt und dadurch entlastet wird.

Dietrich Lohse

Zum Titelbild Januar 2013

Zu den Titelbildern 2013, hier Januar

Den Reigen von Torbögen vor Radebeuler Villen und Wohnhäusern will ich mit der Adresse Einsteinstraße 26 eröffnen. Wir dürfen davon ausgehen, dass der gemauerte und verputzte Torbogen mit seitlichen Abschrägungen, kleinen Zierzäunen rechts und links und oben aufgesetztem Obelisk 1903 zugleich mit der Mietvilla entstanden ist. Der große, aufwändige und auffällige Bogen kann dem Jugendstil zugeordnet werden, vor allem hat er die richtigen Proportionen gegenüber der etwas massigen Mietvilla, die auf einen Entwurf von Architekt Carl Käfer zurückgeht. Er beherrscht gestalterisch diesen Abschnitt der Einsteinstraße und fällt all den Passanten auf, die in Richtung Junge Heide, bzw. Heidefriedhof hier vorbeikommen.

Dietrich Lohse

Unvergessen – Erinnerungen an den Radebeuler Pfarrer Eberhard Gehrt

Eberhard Gehrt ging stets auf die Menschen zu. Und er fand auch immer die richtigen Worte. Er kannte ihre Sorgen, er wusste um ihre Nöte. In seiner so überaus lebendigen Art stellte er Fragen und gab Antworten. Er half! Mit Rat und mit Tat. Er besuchte auch unsere Familie. Und wir trafen ihn sehr oft unterwegs. Wenn es Not tat, suchten wir ihn und seine Frau Roswitha auch zu Hause auf. Mehr »

»Nun vergiss leises Flehen, süßes Kosen!«

Premiere von Mozarts Oper »Die Hochzeit des Figaro« an den Landesbühnen Sachsen

Manche Erinnerung an vormarktwirtschaftliche Zeiten lohnt durchaus. So hatte vor mehr als 25 Jahren bspw. jeder Produktionsbetrieb (inklusive auch die Theater, die Kulturhäuser und die Kinos) in der damaligen DDR die Stelle eines Sicherheitsinspektors aufzuweisen und auch entsprechend zu besetzen. Arbeitsunfälle sollten dadurch nicht nur vermieden, sondern deren Ursachen bereits im Keim erkannt werden. Mehr »

Bauherrenpreis 2013

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Fehlte es an wirksamer Werbung? Wars mangelndes Interesse? War am Ende doch die Pause zu lang? Für den 16. Bauherrenpreis liegen in zwei Kategorien insgesamt nur neun gültige Vorschläge vor. Diese haben es allerdings in sich und haben die Jury vor nicht geringe Probleme gestellt: Qualität ist nicht an Masse gebunden! In der Kategorie Neubau war zwischen der Siedlung Am Kuffenhaus und dem neu errichteten Einfamilienhaus Horst-Viedt-Straße 18 zu wählen. Größer war die Auswahl in der Kategorie Bauen im Bestand. Hier musste zwischen den Häusern bzw. Villen August-Bebel-Straße 51, Käthe- Kollwitz-Straße 25, Ludwig-Richter-Allee 6, Nizzastraße 6, Augustusweg 44, Bennostraße 27A und Wilhelm-Eichler-Straße 20 entschieden werden. Die Preisträger werden am 9. November 19.30 Uhr in der Sparkasse Radebeul-West in einer Feierstunde, zu der auch Herr Dipl. Ing. Alf Furkert, der Präsident der Architektenkammer Sachsen sprechen wird, öffentlich bekannt gegeben. Sie sind auf diesem Wege herzlich dazu eingeladen. Bereits ab 28. Oktober ist die Ausstellung mit allen Einreichungen im Service-Bereich der Sparkasse Radebeul-West zu besichtigen. Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihren Kandidaten für den Publikumspreis auszuwählen. Sie können Ihre Stimme jederzeit bis einschließlich 9. November 18.30 Uhr abgeben. Bitte nutzen Sie diese Möglichkeit – zeigen Sie, dass das Interesse der Baukultur in Radebeul doch nicht so gering ist, wie die Zahl der Einreichungen vermuten lassen könnte! Ab 18. November wird die Ausstellung dann in der neuen Sparkassenfiliale in Radebeul-Ost zu sehen sein. Stadt und Verein danken der Sparkasse Meißen für ihr ungebrochenes Interesse und die damit verbundene Unterstützung!

Thomas Gerlach

Laudatio anlässlich der Verleihung des Kunstpreises der Großen Kreisstadt Radebeul an den Autor Jörg Bernig [gekürzte Fassung]

[…] Es geht um jenen Jörg Bernig aus Radebeul, um ganz genau zu sein: aus Kötzschenbroda, der, seit er hier lebt, also seit 1995, drei Bände Gedichte, zwei Essaybände und einen Band mit Erzählungen sowie drei Romane in renommierten Verlagen veröffentlicht hat. Mancher Text von ihm, vor allem aber sein erfolgreichster Roman wurde und wird in andere europäische Sprachen übertragen. Mehr »

35. Radebeuler Grafikmarkt

Am 2. und 3. November im Rathaus und gegenüberliegenden Gymnasium

Wenn die Tage merklich kürzer werden und die letzten Blätter durch die Straßen tanzen, dann ist es wieder soweit: die Freunde der Bildenden Kunst strömen mit großen Mappen unterm Arm ins Rathaus und das gegenüberliegende Gymnasium nach Radebeul Ost zum Grafikmarkt. Ihr Interesse hat nicht nachgelassen. Rund 4.000 Besucher sind es in jedem Jahr. Mehr »

Editorial

Vor kurzem besuchte ich Freunde in der Sächsischen Schweiz. Der Ort liegt nicht gerade im Umfeld von Radebeul, aber worüber ich gern erzählen möchte, trifft ebenso für Radebeul oder jeden anderen Ort dieses Landes zu. Der Ort ist nicht gerade ein Einkaufsparadies. Die 3500 Einwohner ziehen zum Einkauf Neustadt oder Sebnitz vor. Außer einem Bäcker, einem Blumenladen, einer Apotheke, einem Sportartikelgeschäft und einem Teegeschäft gibt es nicht viel mehr. Mehr »

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